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Deutschland demütigt Maradona-Elf



Deutschland demütigt Maradona-Elf

Das DFB-Team schickt Argentinien mit einer Packung nach Hause. Klose trifft doppelt, aber es gibt auch einen Wermutstropfen.

Aus Südafrika berichtet Martin van de Flierdt

Kapstadt - Die deutschen Himmelsstürmer kennen kein Limit.

In einem begeisternden WM-Viertelfinale entzauberte die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw in Kapstadt das Star-Ensemble Argentiniens mit 4:0 (1:0) und steht damit im Halbfinale, das am Mittwoch in Durban ausgetragen wird.

Thomas Müller (3.), Miroslav Klose (68./88.) und Arne Friedrich (74.) erzielten die Treffer für das DFB-Team, das zum zwölften mal bei einer WM den Sprung unter die besten Vier geschafft hat.

Müller wird in der Vorschlussrunde allerdings fehlen. Er sah seine zweite Gelbe Karte des Turniers und ist gesperrt (DIASHOW: Bilder des Spiels).

"Deutschland bebt gerade" Trotzdem überwog auch bei Müller die Begeisterung: "Ich denke, Deutschland bebt gerade und das zu Recht. Das ist natürlich Wahnsinn, was hier abgelaufen ist."

Der überragende Mittelfeld-Stratege Bastian Schweinsteiger berichtete von "Gänsehaut", Torschütze Friedrich meinte: "Was hier los, kann ich gar nicht beschrieben."

Und der Coach lobte: "Die Mannschaft hat den Willen von Champions gezeigt."

Argentiniens Trainer Diego Maradona war dagegen frustriert:

"Wir haben es Deutschland zu einfach gemacht. Nach dem frühen Gegentor war es ein ganz anderes Spiel als wir es uns vorgestellt hatten. Die deutsche Mannschaft hatte auf dem Platz mehr Ideen und eine viel bessere Ballkontrolle."

Wieder mit der England-Elf Vor 64.100 Zuschauern im Green Point Stadium hatte Löw auf dieselbe Startformation gesetzt, die schon beim 4:1-Erfolg gegen England im Achtelfinale begonnen hatte ( Der WM-Spielplan).

Lukas Podolski hatte sich nach dem Abschlusstraining fit gemeldet, seine Muskelverhärtung war ausgestanden.

Auch Maradona vertraute exakt dem beim 3:1 gegen Mexiko bewährten Personal. Innenverteidiger Walter Samuel kehrte also nicht in die Mannschaft zurück, sondern musste Nicolas Burdisso den Vortritt lassen (DIASHOW: Der Trainer Maradona).

Veron nur Ersatz Auch Routinier Juan Sebastian Veron musste bei Spielbeginn zuschauen. Seinen Posten im Mittelfeld besetzte erneut Maxi Rodriguez.

Die deutsche Mannschaft war mit Anpfiff des usbekischen Schiedsrichters Ravshan Irmatov voll da. Das zahlte sich früh aus.

Nach einer Freistoßhereingabe von Bastian Schweinsteiger hängte Müller im Strafraum Nicolas Otamendi ab und köpfte aus acht Metern zum 1:0 ein (3.) (DIASHOW: Klassiker Deutschland - Argentinien).

Es war das 200. deutsche WM-Tor und der erste DFB-Treffer nach einem Freistoß oder einer Ecke seit dem 6. September 2008.

Stark über die Außen - Deutschland diktierte auch in den folgenden 20 Minuten das Tempo und trug seine Angriffe immer wieder über die Außenpositionen vor.

Links machte Podolski dem früh verwarnten Otamendi zu schaffen, rechts spielte Müller seine Schnelligkeitsvorteile gegenüber Gabriel Heinze aus.

So auch in der 24. Minute. Müller eroberte den Ball und zog mit Tempo in den Strafraum. Den präzisen Querleger wusste Klose aber nicht zu nutzen. Sein Schuss flog über das Tor.

Argentinien wird stärker - Die Argentinier fanden bis dahin kaum statt, aber dann immer besser in die Partie.

Manuel Neuer allerdings zeigte sich bei einem Steilpass Lionel Messis auf Carlos Tevez (22.) ebenso aufmerksam wie bei Flachschüssen von Angel di Maria (33.) und Gonzalo Higuain (35.).

Beim nächsten Abschluss Higuains hatte der Torhüter zwar das Nachsehen, doch Irmatov erkannte den Treffer wegen Abseits nicht an (37.).

Müller im Halbfinale gesperrt - Unmittelbar zuvor hatte sich der Usbeke den Unmut der Deutschen zugezogen. Vom Unterarm Messis war ein Ball an den Unterarm Müllers gesprungen. Der deutsche Torschütze sah daraufhin die Gelbe Karte und ist damit im Halbfinale am Mittwoch in Durban gesperrt.

Nach der Pause erhöhten die Argentinier die Schlagzahl weiter. Di Maria verfehlte mit einem Schuss aus 22 Metern nur knapp Neuers Kasten (48.), ein Abschluss von Tevez aus Nahdistanz landete im Gesicht Per Mertesackers (52.).

Die deutsche Mannschaft wirkte in dieser Phase nervös und leistete sich in der Vorwärtsbewegung gefährliche Ballverluste, die mehrfach vom schnellen Jerome Boateng ausgebügelt wurden.

Klose stellt auf 2:0 - Statt Higuain, dessen Flachschuss Neuer im Nachfassen entschärfte (63.), traf dann Klose. Müller hatte den Ball im Liegen geschickt an Martin Demichelis vorbei gelegt.

Podolski wartete auf den günstigen Augenblick zum Pass in die Mitte. Dort fand er dann Klose, der aus vier Metern nur noch zum 2:0 einzuschieben brauchte (68.).

Schweinsteiger wie Messi - Das deutsche Team legte gleich nach. Bastian Schweinsteiger umkurvte im argentinischen Strafraum di Maria, Javier Pastore und Higuain.

Dann legte er zurück an die Fünfmeterraumkante, von wo Friedrich den Ball zum 3:0, seinem im 77. Länderspiel ersten Treffer überhaupt, über die Linie zwang (74.) (GAMES: Das WM-Tippspiel).

Mit Marcell Jansen für Boateng (72.) und Toni Kroos für Sami Khedira (77.) brachte Löw für die Schlussphase frische Beine. Müller gönnte er ebenfalls einen früheren Feierabend, für ihn kam Piotr Trochowski (83.).

Dadurch ergab sich kein Bruch im deutschen Spiel. Die DFB-Auswahl legte sogar noch nach. Auf butterweiche Flanke Mesut Özils vollstreckte Klose gar zum 4:0 (88.).







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